Erste Hilfe Kurs für den Führerschein

Neben erfolgreich bestandener Theorie- und Praxisprüfung ist auch das Absolvieren eines Erste Hilfe Kurses für den Führerschein notwendig. Die Bezeichnung kann zunächst etwas verwirren, da sich der benötigte Umfang des Kurses je nach Führerscheinklasse unterscheidet. So ist beispielsweise für die Klassen A und B lediglich ein Kurs zu “Lebensrettenden Sofortmaßnahmen am Unfallort” (LSMU) notwendig, wohingegen bei LKW- und Omnibusführerscheinen der eigentliche “große” Erste Hilfe Kurs (EHK) absolviert werden muss. Die Kurse unterscheiden sich nicht nur in ihrem zeitlichen Umfang, sondern auch in der Stoffmenge. Die LSMU können dabei als Grundkurs für den erweiterten Erste Hilfe Kurs angesehen werden, wobei nicht mehr als drei Monate zwischen der Teilnahme an der LSMU und dem Aufbaukurs liegen dürfen.

Erste Hilfe leisten nach einem Unfall

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Lebensrettende Sofortmaßnahmen am Unfallort (LSMU)

  • für Kleinkraftrad- bzw. Motorrad-Führerscheine (AM, A1, A2, A)
  • für PKW-Führerscheine (B, BE)
  • für Traktor-Führerscheine (L, T)

In der deutschen Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV, §19) ist für die Führerscheinklassen AM, A1, A2, A, B, BE, L und T vom Gesetzgeber vorgeschrieben, dass die Bewerber für eine Fahrerlaubnis an einer Unterweisung in lebensrettenden Sofortmaßnahmen teilnehmen. Der Kurs besteht in der Regel aus vier Unterrichtseinheiten zu je 90 Minuten und kann an einem Tag absolviert werden. Zu den Grundlagen der LSMU gehören unter anderem das Erlernen der stabilen Seitenlage, die Blutstillung und Maßnahmen zur Wiederbelebung wie die Mund zu Mund-Beatmung. Die zunächst theoretisch erklärten Themen werden dann auch in der Praxis geübt. Deshalb empfiehlt es sich, am Tag des Kurses bequeme Kleidung zu tragen.
Das Kursangebot ist für die LSMU meist sehr groß und kann bei unterschiedlichen Anbietern wahrgenommen werden. Die Kosten liegen in der Regel bei 20 Euro, wobei Preisschwankungen nach oben und unten möglich sind. Nach erfolgreich abgeschlossener Teilnahme ist der LSMU-Schein unbegrenzt gültig. Häufig möchten Fahrschulen aber einen relativ jungen Nachweis sehen, obwohl auch ein älterer Schein anerkannt werden muss. Fahrschüler, deren LSMU-Kurs schon eine Weile her ist, sollten deshalb selbst einschätzen, ob sie eine Auffrischung ihrer Kenntnisse vornehmen möchten oder nicht, da das Wissen im Falle eines Unfalls Leben retten kann.

Der “große” Erste Hilfe Kurs (EHK)

  • für LKW-Führerscheine (C, C1, CE, C1E)
  • für Omnibus-Führerscheine (D, D1, DE, D1E)

Der “große” Erste Hilfe Kurs besteht zusätzlich zur LSMU aus vier weiteren Unterrichtseinheiten zu je 90 Minuten. Dabei werden die bisherigen Kenntnisse unter anderem um Vorgehensweisen bei Verbrennungen, Vergiftungen oder Knochenbrüchen ergänzt. Für die erfolgreiche Teilnahme am EHK müssen in jedem Fall alle Unterrichtseinheiten absolviert werden. Der Kurs kostet etwa ebenso viel wie die LSMU, wobei er als Erweiterung fungiert und die Teilnahme an der LSMU Voraussetzung ist. Für die Füherscheinklassen C, C1, CE, C1E, D, D1, DE und D1E ist die Ausbildung in Erster Hilfe vorgeschrieben.

In einigen Einrichtungen kann zusätzlich zum LSMU- oder EHK-Kurs direkt der für den Führerschein notwendige Sehtest durchgeführt werden. Dieser darf beim Erwerb des Führerscheins nicht älter sein als zwei Jahre und kann außerdem beim Augenarzt oder Optiker durchgeführt werden.