Kosten für den Motorrad-Führerschein

Neben dem PKW-Führerschein gehört die Fahrerlaubnis der Klasse A zu den beliebtesten Möglichkeiten der Fortbewegung. Viele Fahrschulen bieten beide Führerscheinklassen an. Die Preise für die Fahrstunden und die Vorstellungsentgelte bei der praktischen Prüfung unterscheiden sich allerdings oftmals. Neben den fixen Gebühren für den Führerscheinantrag und der Prüfgebühren der Dekra bzw. TÜV variieren aber auch die Kosten zwischen den Fahrschulen innerhalb der Städte und deutschlandweit. Die Unterschiede können aus den Leistungen heraus entstehen, sind aber ebenso vom Einkommensniveau der Regionen abhängig. Für Fahrschulen gibt es nämlich keine gesetzlich geordnete Gebührenordnung. Die Preise können somit individuell festgelegt werden. Allerdings müssen die einzelnen Entgelte für die unterschiedlichen Leistungen laut §19 Fahrlehrergesetz in der Fahrschulen ersichtlich sein.

Kosten-Beispiel für einen Führerschein der Klasse A in Berlin:

Preisdetails Preis Anzahl Kosten
Fahrschule
Grundgebühr für Anmeldung und Theorieausbildung 80,00 € 1 80,00 €
Vorstellungsentgelt Praxisprüfung 120,00 € 1 120,00 €
Fahrstunde 32,00 € 12 384,00 €
Sonderfahrten
(5x Überland/ 4x Autobahn/ 3x Nacht)
37,00 € 12 444,00 €
Gesamtpreis in der Fahrschule 1028,00 €
Prüfgebühren
Antrag auf Ersterteilung einer Fahrerlaubnis 43,40 € 1 43,40 €
Theorieprüfung 20,83 € 1 20,83 €
Praxisprüfung (Direkteinstieg) 112,81 € 1 112,81 €
Prüfgebühren insgesamt 177,04 €
Sonstiges
Erste Hilfe Kurs bzw. LSMU 20,00 € 1 20,00 €
Sehtest 6,43 € 1 6,43 €
Passbilder (4 Stk.) 10,00 € 1 10,00 €
Lernmittel 25,00 € 1 25,00 €
Sonstiges insgesamt 61,43 €
Führerscheinkosten insgesamt 1266,47 €

So setzen sich die Kosten zusammen

Im Gegensatz zum Führerschein der Klasse B sind bei dem Motorradführerschein nur 12×45 Minuten an Sonderfahrten gesetzlich vorgeschrieben. Außerdem werden zusätzlich Übungsfahrten genommen. Die Anzahl ist abhängig vom Lernfortschritt und liegt im Ermessen des Fahrlehrers. Es fallen außerdem variable Kosten an: für den Erste-Hilfe-Kurs, den Sehtest, Lichtbilder und das Lernmaterial.

Variable Kosten Fixe Kosten
  • • Grundgebühr für Anmeldung und Theorieausbildung
  • • Fahrstunden
  • • Sonderfahrstunden
  • • Vorstellungsentgelt für die Praxisprüfung
  • • Erste Hilfe Kurs bzw. LSMU
  • • Sehtest
  • • Passbilder
  • • Lernmittel
  • • Führerscheinantrag
  • • Theorieprüfung
  • • Praxisprüfung

Der ADAC hat zur Preiseinschätzung der Fahrschulen ungefähre Richtwerte angegeben. Diese besagen, dass die Grundgebühr nicht mehr als das 10-fache einer Fahrstunde betragen sollte. Eine Sonderfahrt sollte nicht mehr als das 1,5-fache und das Vorstellungsentgelt nicht mehr als 5-fache einer Fahrstunde betragen.

Vorerfahrung spart Zeit und Geld

Wer bereits einen PKW-Führerschein besitzt oder einen “kleinen” Zweiradführerschein (Mofa, AM, A1) gemacht hat, kann bei der Ausbildung für die Klassen A2 und A eine Menge Geld und Zeit sparen. Bei vorhandener Klasse B, AM und A1 beispielsweise reduziert sich die Pflichtanzahl der Theoriestunden. Bei mind. zweijährigem Vorbesitz der Klasse A1 ist kein theoretischer Pflichtteil bzw. keine Theorieprüfung bei einem Aufstieg zur Klasse A2 notwendig. Das Gleiche gilt bei einem Aufstieg von A2 auf Klasse A.
Wenn schon im Straßenverkehr gefahren wurde, besonders mit einem Zweirad, reduziert sich meist die Anzahl der zusätzlichen Fahrstunden, die genommen werden müssen, da bereits Fahrerfahrung vorhanden ist. Dadurch fallen weniger Kosten für den Motorradführerschein an. Denn egal bei welcher Führerscheinausbildung gilt: Wer schneller lernt, kommt günstiger zur Prüfung.